Segeln im Mittelalter
Monsieur
Obwohl ich hier
weich gebettet bin, fühle ich mich nicht sehr behaglich, je mehr man mich
wiegt, desto weniger schlafe ich. Um uns herum ächzt die Küste unter dem
Ansturm des Orkans. Da Meer erbleicht vor Wut, der Wind saust in den Tauen, das
Wasser bespritzt das Deck mit Salz, und doch ist der Anker gelichtet und die Segel
sind gesetzt. Schon verbinden sich die Stoßgebete der Reisenden mit den
Flüchen der Matrosen. Unsere Gebete werden unterbrochen vom Schluckauf,
sicherer Vorbote von quälend Erbrochenem. Guter Gott. die gesamte Natur greift
uns an, und nicht nur unser Magen revoltiert gegen uns, auch das Meer speit uns
an und wir speien ins Meer. überrollt uns eine Welle so zur Gänze, dass einer,
der uns vom Ufer zusähe, unser Schiff für ein Glashaus hielte, in das wir
eingeschlossen sind.
Das Wasser scheint absichtlich Buckel zu machen, um uns ein
Friedhofsbild zu zeigen und wenn ich aufmerksam zuhöre, bilde ich mir
ein, in dem grässlichen Brüllen der Wellen einige Verse aus der Totenmesse zu
hören, als kämen sie vom Grunde des Ozeans.......
Oh, mögen Sie, dem
ich schreibe, wissen, dass ich den bitteren Kelch meines Irrtums leere,
wenn ich ertrinke, denn ich wäre ja noch in bester Gesundheit in Paris, wenn
ich, als Sie empfohlen, den festen Boden unter den Füssen nie
aufzugeben.
Ihr gehorsamer Diener gewesen wäre
Cyrano de Bergerac
(Entnommen aus der Zeitschrift Marlspieker
Nachrichten für die Mitglieder des SYCS Dezember 2000)
Leider konnte nicht festgestellt werden, wo und wann Cyrano de
Bergac diese Reise gemacht hat